Montag, 29. Februar 2016

Mein Leidensweg mit der Endometriose

Ich möchte euch von meinem Leidensweg mit der Krankheit ,,Endometriose" erzählen. Natürlich möchte ich auch andere Frauen auf diese Krankheit aufmerksam machen, denn ,,Endometriose" ist immer noch recht unbekannt.

Hier zuerst mal eine Erklärung, was ,,Endometriose" eigentlich ist: http://www.dr-becherer.de/52.html

Ich habe meine Menstruation mit 11 Jahren bekommen. Seit damals hatte ich ständig wahnsinnige Schmerzen während meiner Mens. Von meiner Mutter hieß es immer, dass Schmerzen während der Mens ganz normal sind! In der Schule konnte ich oft nicht mitturnen, weil ich meine Mens so stark hatte. Am Anfang habe ich ja nur Binden verwendet.



2002 oder 2003 hatte ich wahnsinnige Schmerzen im Unterleib. Es stellte sich heraus, dass ich am rechten Eierstock eine Zyste hatte. Diese wurde mit einer Knopflochoperation entfernt. Aufgrund der starken Schmerzen bekam ich von meinem damaligen Frauenarzt die Pille verschrieben. Die Pille half auch wirklich gegen die Regelschmerzen. Im Jahr 2010 habe ich die Pille abgesetzt, weil ich sie nicht mehr vertragen habe. Ich bin Migränepatientin.

Wenn ich meine Mens  hatte, hatte ich oft wahnsinnig starke Schmerzen. Die Schmerzen waren oft so stark, dass ich mich kaum bewegen und nur mit einer Wärmeflasche auf der Couch liegen konnte. Die Mens war auch sehr stark und sie dauerte auch lang. Die Länge der Mens lag zwischen 6 und 11 Tagen.

Gott sei Dank gibt es in meiner Heimatstadt eine Endometriose-Ambulanz (http://www.lkh-vil.or.at/abteilungen-institute/medizinische-abteilungen/endometriose-zentrum/). Am 23. Jänner 2013 hatte ich meinen ersten Termin dort. Die Blutabnahme für das Krankenhaus machte mein Hausarzt am 28. Jänner 2013. Die Bauchspiegelung selbst hatte ich am 04. Februar 2013.

Hier ein kleiner Bericht darüber:

Gestern (04. Februar 2013) um
9:15 Uhr - Beruhigungstablette bekommen
9:30 Uhr - im OP gewesen

Die Assistentin im OP war so nett und lustig! Aufgewacht bin ich das erste Mal zwischen 13:45 Uhr und 14 Uhr. Ins Zimmer bin ich um halb Vier gekommen. Ich habe fast keine Schmerzen, einmal zwickt es dort und da, nur der Blutdruck war ziemlich im Keller (90 zu 70). Statt vier kleinen Schnitten habe ich fünf.

Ergebnis: Es wurde Endometriose, Grad 1 bis 2 - also eine leichte Form, gefunden. Diese wurde gleichzeitig entfernt. Wo genau man die Endometriose gefunden hat, weiß ich jetzt nicht. Die Gebärmutterwand ist sehr dünn. Der linke Eileiter ist durchgängig, nur der rechte Eileiter erschwerte es ihnen. Da sie ja diese Flüssigkeit hineinspritzen und diese ja im Eileiter ankommen soll, war das beim rechten Eileiter schwierig. Es ist zu wenig Flüssigkeit dort angekommen. Die Ärztin vermutet, dass einiges an Flüssigkeit wieder hinausgeronnen ist. Laut der Ärztin sind aber beide Eileiter durchgängig.

Es stellte sich danach aber leider heraus, dass der rechte Eileiter komplett dicht ist. Nach einigen Wochen hatte ich eine Kontrolle bei meinem Frauenarzt. Dort sagte er mir, dass laut dem Arztbrief BEIDE Eileiter undurchlässig wären. Für mich, mit meinem Kinderwunsch, war das ein riesiger Schock! Ich erzählte meinem Frauenarzt, dass es im KH hieß, dass ,,nur" der rechte Eileiter undurchlässig wäre. Dieses Thema lies mich nicht los, also rief ich im KH an und verlangte die Ärztin, die mich operiert hatte. Ich erzählte ihr alles. Dann meinte sie, dass wirklich nur der rechte Eileiter undurchlässig ist und sie einen Fehler im Arztbrief machten. Gott sei Dank sind nicht beide Eileiter undurchlässig!

Beim Abschlussgespräch meinte der behandelnde Arzt, dass ich zwei Möglichkeiten habe. Entweder die Pille durch zu nehmen, also eine Hormontherapie, oder schwanger zu werden. Das musste ich natürlich erst mit meinem Mann, damals noch Freund, besprechen. Wir entschieden uns erstmal für die Pille. Ich nahm die Pille ,,Cerazette" von 20. Februar 2013 bis 16. April 2013 und von  09. Juli 2013 bis 18. September 2013. Ich hatte doch einige Nebenwirkungen von der Pille, z.B. Libidoverlust, die Migräne wurde mehr/stärker und ich hatte Zwischenblutungen, nicht stark, aber trotzdem lästig. Ich muss sagen, dass die Unterleibsschmerzen mit der Pille wieder besser wurden, so wie es früher schon der Fall war.

Natürlich probierte ich auch alternative Dinge aus, wie:

Ein wenig haben sie geholfen. Am Meisten geholfen gegen die Endometriose hat aber die Schwangerschaft mit meiner Tochter. Da ja durch die Schwangerschaft keine Mens eintreten kann, werden die Endometrioseherde in der Art ausgetrocknet. Seit dem 5. Monat nach der Geburt habe ich wieder meine Mens. Bis jetzt habe ich nur ganz leichte Unterleibsschmerzen, aber nie mehr so stark wie vor der Schwangerschaft bzw. der Bauchspiegelung. Ich hoffe, dass es so bleiben wird!

Seit Oktober 2010 mache ich NFP bzw. Sensiplan (http://www.sensiplan.at/) zur Zyklusbeobachtung, zur Verhütung und für den Kinderwunsch. Ich habe mir geschworen, dass ich NIE WIEDER Hormone zu mir nehmen werde!!!

Ich habe diesen Beitrag geschrieben, weil ich Frauen auf diese, für Außenstehende eher unsichtbare, chronische Krankheit aufmerksam machen möchte.

Lasst euch von niemandem abwimmeln und mit der Pille abspeisen! Besteht auf eine Bauchspiegelung! Wenn ich schon früher, als ich die Zyste am Eierstock hatte, erfahren hätte, dass ich Endometriose habe, hätte ich mir viele schmerzhafte Jahre ersparen können.


Kommentare:

  1. Bei mir bestand auch der Verdacht auf Endometriose. Ich bekam eine Bauchspiegelung, die Zyste im Eierstock wurde entfernt. Man fand unglsublich viele Adhäsionen (Verklebungen) im Bauchraum. Einige konnte man ohne die Organe zu gefährden entfernen, andere nicht. Es können sich auch neue bilden. Ich muss mit den immer wieder auftretenden Schmerzen leben. Alle paar Wochen bewege ich mich also sehr gebückt durch die Wohnung, meistens liege ich. Ich habe insgesamt 5 Bauch-Ops bekommen, daher der Hohe Grad der Adhäsionen. Ich wünsche dir alles Gute und Gottes Segen, Sandra

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  2. Hey Sonja ich freue mich sehr, dass du dich dem Thema annimmst. Ich habe gerade erst von dem Thema erfahren, da ich 14 Jahre lang die Pille nahm und meine Erfahrung verbloggt. Vielleicht ist es ja auch interessant für euch: http://www.einfach-machen.blog/endometriose/

    Viel Erfolg weiterhin!

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